Sonntag 13 März 2011
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Das iranische Chaharshanbe-Souri Fest

Gesendet von A. Zaribaf am 13 - März - 2011

Chaharshanbe Souri

Die Nacht zum letzten Mittwoch im iranischen Jahr wird von Iranern ausgiebig gefeiert. In Strassen, Gehwegen und öffentlichen Plätzen wird kurz nach Sonnenuntergang Feuer gelegt.

Das Licht bzw. das Feuer nimmt in der Philosophie Zarathustras einen hohen Stellenwert ein. Es wurde als Symbol für Gott gewählt, da es nach zoroastrischer Auffassung das sauberste ist, was auf unserer Erde existiert, da man Feuer nicht verunreinigen kann.

Chaharshanbe Souri hat seine Ursprünge im „Hamas pat midim gah“, was der letzte und sechste Gahambar(Fest der Zoroastrier) im Jahr ist. Das Wort „Hamas“ kommt von „Ham“ und Bedeutet Wärme und Sommer im awestischen und das Wort „Hamas pat midim“ bedeutet „Tag folgt der Nacht“ und der Anfang der Wärme.

Es gibt keine Quellen aus dem vorislamischen Iran, sei es griechische Quellen oder Awesta die darauf hindeuten, dass es das Fest Chaharshanbeh Souri gab.

Die älteste und erste Quelle, die Chaharshanbeh Souri erwähnt ist das Buch „Geschichte Bukhara“ von Abubakr Mohammad Ben Jafar (286-358). Dort wird zum ersten mal das Wort „Shanbeh Souri“ in Verbindung mit Feuer und alten Gewohnheiten gebracht.

Eine andere Quelle was einen indirekten Bezug zu Chaharshanbeh Souri hat ist Ferdowsis Shahnameh, in der Geschichte von Bahrâm Choubine mit „parmudeh“ Sohn von Saveh Shah.

 An Chaharshaneh Souri wird aufgrund Würdigung der Grundsätze des Zarathustrischen Glaubens „Gutes Reden“,“Gutes Handeln“ und „Gutes Denken“ 3 Feuer gelegt und beim Springen über das Feuer gerufen:

                                      “Das Rot des Feuers ist meines, meine Blässe Deines”

Es ist die Bitte um den Tausch der eigenen Blässe, die für Krankheit und Böses steht mit dem Rot des Lebens und der Kraft des Guten aus dem Feuer.

Weitere Traditionen vor dem iranischen Jahresbeginn „Norooz“ ist der Kauf von einem neuen Spiegel und Vase, das Essen von iranischen Ajil(bestehend aus Nüsse, getrockneten Früchten etc.) und Ashe-Reshteh.

Die Tradition „Ghashogh-Zani“:

Jungendliche und Kinder schlagen mit Löffeln auf Töpfen und sammeln Eier von Bewohnern ihrer Umgebung und Nachbarn.

Chaharshanbeh Souri wird auch ausserhalb Irans von den Iransichen und persisch sprechenden Völkern in der Türkei, Irak, Uzbekistan, Tajikistan und Afghanistan gefeiert.

Heute hat Chaharshanbeh Souri eine besondere Bedeutung für alle Iraner unter den iranischen Festen, es ein Fest zur Würdigung und Schutz der Iranischen Kultur und Identität.

Das iranische Neujahrsfest Nowruz

Gesendet von A. Zaribaf am 4 - März - 2011
© 2005 by Javad Parsay, Wien, Email: jp@vii.at

Der Autor:

Herr Mag. Javad Parsay ist Museumspädagoge in Wien und Mitglied in diversen internationalen Gremien und hat zahlreiche Studien über die iranische Kulturgeschichte veröffentlicht.

Das schönste und größte iranische Fest ist das Frühlings- und Neujahrsfest “Nowruz“ („der neue Tag“), dessen Wurzeln mindestens in die Zeit der Achämeniden zurückreichen. Dieses älteste und wichtigste, iranische Fest beginnt mit dem astronomischen Frühlingsanfang, der zugleich der Beginn des iranischen Kalenderjahres ist und nach gregorianischer (abendländischer) Zeitrechnung etwa auf den 20./21. März jedes Jahres fällt (‎2). Der eigentliche Höhepunkt des Festes ist der Zeitpunkt der Tag/Nacht-Gleiche („Tahwil-e Sal“).

Nowruz ist das am weitesten verbreitete, und farben­prächtigste der iranischen Feste, dass als Frühlingsfest auch in vielen Ländern der Region, wie Âzərbâican, Afghanistan, Tadschikistan, Pakistan, Irak, in den kurdischen Gebieten, in Üzbekistan, Kazakistan, Kirkizistan, Indien und in der Türkei, und sogar unter den iranisch-stämmigen Juden in Isreal, gefeiert wird. Es ist eben das einzige Fest, das von allen Volksgruppen gefeiert wird und vielleicht deshalb, weil es einer vorislamischen Tradition entstammt, nicht einer einzelnen Religionsgruppe vorbehalten ist.

Über den Ursprung des Nowruz gibt es unterschiedliche Meinungen: Altpersische Legenden erzählen davon, dass Gott den Menschen am ersten Tag des Frühlings erschuf. Am häufigsten wird aber seine Entstehung mit Jamshid, dem mythischen iranischen König, in Verbindung gebracht, wobei das Fest an die Himmelfahrt von Jamshid erinnern soll, für die er einen fliegenden „Wagen“ von den Dämonen hatte bauen lassen; Dämonen, die er zuvor bezwang und in den Dienst der Sterblichen stellte.

Allerdings scheint Nowruz ursprünglich eher aus der Hirten- oder bäuerlichen Kultur, die den Übergang vom Winter zum Sommer verehrt hatten, entstanden zu sein: Fruchtbarkeits- und Erneuerungsriten können ohne Zweifel in manchen Bräuchen erkannt werden.

Zwölf Tage dauert das Fest. Am dreizehnten Tage des neuen Jahres, der als Unglückstag gilt, ziehen die Menschen in die freie Natur, und organisieren einen ausgiebigen Ausflug.

In der Sasaniden-Zeit (226-652 n. Chr.) wurde zwischen einem Klein-Nowruz (am ersten Tag) und einem Großen Nowruz (am sechsten Tag des Neujahrs) unterschieden. Erst später hat sich die Feier auf die heutige Länge von 13 Tagen ausgeweitet.

Im antiken Persien war der Kalender noch ohne regelmäßige Schaltjahre, sodass sich das Nowruz-Fest im Laufe der Jahre immer mehr vom eigentlichen Frühlingsbeginn entfernte. Man fügte dann etwa alle 120 Jahre einen dreizehnten Monat hinzu, um den entstandenen Zeitversatz wieder auszugleichen.

Im Jahr 467 nach iranischer Zeitrechnung (1006 n. Chr.), bzw. um dieses Jahr herum, wurde eine Kalenderreform, woran der berühmte iranische Dichter und Wissenschaftler „Omar Khayyam“ maßgeblich beteiligt war, durchgeführt. Mit dieser Reform wurde der Nowruz auf den ersten Frühlingstag gelegt und Schaltjahre (etwa alle vier Jahre) eingefügt, um den Nowruz an den Frühlingsbeginn zu koppeln.

Seitdem ist der genaue Zeitpunkt des Jahreswechsels im Iran (der astronomische Frühlingsbeginn oder „Tahwil-e Sal“) entweder am Nachmittag des letzten Tages des alten Jahres oder am Vormittag des ersten Tages des neuen Jahres (beide Teheraner Zeit) (‎3)

Pischvaz-e Nowruz (Vorbereitungen für den Nowruz)

Die Vorbereitungen für den Nowruz beginnen eine Weile vor den Feiertagen.

Obwohl es lokale Unterschiede gibt, bestehen einige Gebräuche überall. Schon fünfzehn Tage vorher wird das Fest vorbereitet: Weizen, das vorher in Wasser zum Keimen gebracht wurde, wächst auf einem Teller oder einer flachen Schüssel zu kleinen grünen Schösslingen (Sabze) heran.

Der Frühlingsputz ist der wichtigste Teil bei der Vorbereitung. Die Hausfrauen haben alle Hände voll zu tun. Beschädigte oder  gebrochene Gegenstände müssen unbedingt entsorgt werden. Schöne Blumentöpfe am Fenster, und noch einige Winterfrüchte werden hier und dorthin gestellt, damit es überall schön ausschaut und nach Blumen und Zitrusfrüchten duftet.

Am Vorabend des letzten Mittwochs des Jahres (Charshanbe-Suri), beginnen die Feierlichkeiten. Auf freien Grundstücken oder in unbefahrenen Gassen wird ein kleines Feuer gemacht, über das Jung und Alt springen. Am letzten Freitag des Jahres findet ein Besuch der verstorbenen Verwandten auf dem Friedhof statt.

Am Vorabend des Jahreswechsels laufen die allgemeinen Bäder auf Hochtouren; Alle waschen sich unbedingt den Körper, damit sie den Jahreswechsel sauber erleben. Diese Körperreinigung ist sogar ein Ritual. Unter der Sasaniden-Dynastie, haben sich die Iraner, am Vorabend des Nowruz, nach einer bestimmten Ordnung, den Körper waschen müssen. Zusätzlich war es üblich, den Körper, am nächsten Tag, d.h. am ersten Tag des Frühlingsfestes, in fließendem Wasser, wie in Flüssen u. ä., zu waschen und einander mit Wasser anzuspritzen, damit der Körper von Sünden befreit wird und auch die Seelenqualen beseitigt werden. Solchen Bräuchen begegnet man im Iran noch immer in alten Volksgruppen, besonders am Hochland in den Gebirgen.

Noch immer ist es unter Nomaden und Dorfbewohnern üblich, die Festtags-, und Hochzeitswaschungen, nach bestimmten Bräuchen, in einem natürlichen Bach des Dorfes zu vollziehen.

Haji–Firuz (Nowruz–Botschafter)

Ein noch am Leben erhaltener Brauch vor dem Nowruz, ist der Aufruf des Nowruz-Botschafters „Haji-Firuz“. Das ist ein rot verkleideter Mann, mit einem „Kolah-Bughi“ (langen Magierhut) am Kopf, mit schwarz gefärbtem Gesicht, der, von einer Straße zur anderen, mit einem „Dayere“ (Tamburin) in der Hand fröhliche Lieder singt. Er bringt die Menschen zum Lachen und teilt mit jedem die gute Nachricht: Der Frühling kommt, man soll die Sorgen verjagen, den Kopf hoch halten und fröhlich sein:

Mein Herr, ich begrüße Dich

Mein Herr, heb den Kopf

Schau, wie es überall nach Zuckerbonbon riecht

Mein Herr, warum lachst Du denn nicht?

Charshanbe Suri (Fröhlicher Mittwoch) ( ‎4)

Am Vorabend des letzten Mittwochs des Jahres wird ein kleines Feuer** gemacht, über das Jung und Alt springen. Dabei sprechen sie zum Feuer die Worte: „Meine Blässe (=mein Schädliches) möge dir gehören, deine Röte (=dein Gutes) mir.

Meine Blässe für dich,

deine Röte für mich,

meine Kälte ist dir,

deine Wärme ist mir.

Die modernen Wohnviertel Teherans bieten sich schlecht für diesen Brauch an. Aber in den Provinzstädten und auf dem Lande ist er noch immer lebendig.

Es gibt unzählige Bräuche für diesen Abend. Es gibt allgemeine Bräuche, die im ganzen Land bekannt sind und allgemein erhalten werden und viele lokale Glaubensbezogene, auch zum Teil Schamanistische Arten, die schon längst Tradition geworden sind.

In Schiraz

Am selben Abend gehen in Schiraz Leute mit einem Korb Salz umher und verkaufen es den Passanten gegen eine Handvoll Münzen. An diesem Abend wird auch die Zukunft gedeutet.

Hat man sich einen Wunsch ausgedacht, wird ein Schlüssel mit zwei Kerben auf die Erde gelegt; derjenige, der sich etwas gewünscht hat, lehnt das rechte Ohr gegen eine Mauer; und je nachdem, was er hört, erfüllt sich auch sein Wunsch.

Unter die Dachrinne des Hauses wird oft auch ein blauer Krug gestellt, und alle, die sich einen Wunsch ausgedacht haben, werfen irgendetwas in den Krug. Am nächsten Morgen nimmt ein kleines Mädchen die Gegenstände heraus und deutet sie.

Manche stellen sich, mit einem Schlüsselbund unter dem Fuß, an eine Straßenecke, und wünschen sich etwas. Sagt die erste vorbeigehende Person unaufgefordert ein gutes Wort, geht der Wunsch in Erfüllung. Man darf allerdings nicht vergessen, vorher den Schlüssel unter die Dachrinne zu legen.

Andere legen ein paar Münzen in einen Krug, der bei Sonnenuntergang mit den Worten von der Terrasse geworfen wird: „Mögen meine Schmerzen und Sorgen mit diesem Krug verschwinden! “ Man darf sich allerdings dabei nicht umdrehen, sonst könnte ein Unglück geschehen.

In Esfahan (Isfahan)

In Esfahan springt man über ein brennendes blaues Tuch und singt dabei ein paar Reime, die das Böse vertreiben sollen. Auch gibt es zum Teil noch den Brauch, dass sieben Frauen einen Topf mit Wasser füllen, das sie aus sieben Quellen geschöpft haben. Jede von ihnen wirft dann irgendeinen kleinen Gegenstand in den Topf. Über diesen wird ein metallener Teller gestülpt, der ein Erbgegenstand sein muss. Dann steckt man den Topf in den Ofen.

In der Früh des nächsten Morgens holen ihn die Frauen heraus. Die älteste setzt sich, stellt ihn zwischen ihre Beine, deckt ihn mit einem Tuch zu, zieht einen Gegenstand heraus, und hält ihn eine Weile in der geschlossenen Hand, einen Vers des „Hafez“ zitierend. Dann öffnet sie die Hand, und gibt den Gegenstand dem Eigentümer. Je nach Aussage des Verses ist die Zukunft gut oder schlecht.

Sofre-ye Haft-Sin (Nowruz-Tisch)

Wichtigstes Brauchtum sind die Haft-Sin („Sieben-S“). Am Vorabend des Neujahrstages, brennt in jedem Zimmer des Hauses eine Kerze (Symbol des Lichts). Auf einem festlich gedeckten Tischtuch, der in manchen Familien am Boden liegt, oder auf einem Tisch, werden sieben Gegenstände ausgebreitet, die mit dem Buchstaben „S“ (pers. Sin) beginnen: Sabze (Weizen- oder Linsensprossen), Samanu (eine süße Speise aus Weizenkeimen), Sir (Knoblauch), Serke (Essig), Somagh (saures Gewürz), Sib (Apfel) und Senjed (Mehlbeeren). Außerdem kommen Sekke (Münzen), häufig auch Sonbol (Hyazinthe) sowie Sepand (eine wilde Raute) – für den Weihrauch – hinzu. Zusätzlich werden ein Spiegel (Symbol für Glück), ein oder einige Goldfische, die in einem durchsichtigen Wasserkrug schwimmen, ein Stück Brot, bemalte harte Eier sowie Diwan-e Hafez (Gedichtband von Hafez), bei Zoroastriern eher das Awesta und bei Moslemen der Koran, gedeckt.

Die Jahreswende wird, besonders von Kindern, mit Spannung und Aufregung erwartet. Gleich nach der Ankündigung des Neuen Jahres, des „Tahwil-e Sal“, beginnen alle Mitglieder der Familie, die sich zuvor gebadet und in frischen Kleidern um den Tisch versammelt haben, einander zu umarmen und ihre Glückwünsche auszutauschen. Die Älteren beschenken die Jüngeren. Alle Erwachsenen in der Familie versuchen auf jeden Fall den Kindern etwas zu schenken. Diese bekommen häufig Geld in Form von frisch gedruckten Geldscheinen oder heutzutage auch Spielzeuge. Wenn einer sich nichts Großes leisten kann, schenkt er den kleinen Kindern gefärbte Eier und jedem anderen Jüngeren Geldscheine mit nicht allzu großem Wert, aber auf jeden Fall frisch gedruckt. Neue Geldscheine für Nowruz zu drucken, gehört zu den Aufgaben der Nationalbank.

Besuche der Verwandten und Freunde und darauf folgende Gegenbesuche in den ersten zwölf Tagen des neuen Jahres, ist ein anderer schöner Nowruz–Brauch. Dabei werden die Ältesten in der Familie und im Bekanntenkreis zuerst besucht. Der Nowruz–Besuch ruft alle zur Versöhnung auf und bietet Gelegenheit zum Verzeihen an. Alle versuchen, die eventuell schlechte Vergangenheit ruhen zu lassen und einander wieder näher zu kommen.

Festmahle ( ‎5)

Alle Familienmitglieder versammeln sich im Eltern- oder Großelternhaus zum Festabendessen. Frischer Weißfisch oder geräucherter Fisch mit Dillreis (Sabsi-Polo ba Ma´hi) wird serviert. An dem Abend werden auch an die neuen Familienmitglieder (Braut oder Bräutigam) Nowruz-Geschenke (Armaghan), verteilt. Entweder eine Goldmünze oder etwas nach ihrem Wunsch oder Bedarf. 

Audienz im Königspalast (Persepolis)

Die Achämeniden-Könige (559-330 vor Christus) feierten Nowruz vor allem in Persepolis, ihrer Hauptstadt, und viele Gelehrte sind der Ansicht, dass die Parade der Geschenk-Botschafter der verschiedenen Völkerschaften, wie sie auf den Reliefs der Apadana-Palastwände abgebildet sind, eine Nowruz-Zeremonie darstellt.

Der sechste Tag des Festes war der Große Nowruz. An diesem Tag kamen die Bevölkerungsgruppen in den Palast, um den König beglückwünschen zu können, und jeder konnte sein Festgeschenk persönlich erhalten.

Zeitgenössische Zeugnisse und auch Berichte aus der Frühislamischen Zeit bestätigen, dass die Sasanidenkönige (226-652 n. Chr.) sich der Nowruz-Feier und seinen farbenprächtigen Bräuchen und Zeremonien ausgiebig hingegeben haben. Einige von diesen Quellen neigen dazu, die Zahl sieben hervorzuheben: zum Beispiel wurden sieben Arten von Samen in kleinen Behältern als Teil der Riten und als Schmuck verwendet. Ein Brauch, der in den wenigen heute noch bestehenden Dörfern der Zarathustra-Anhänger im Iran noch beobachtet werden kann.

Der 13. Tag (Sizdah be dar)

Zwölf Tage lang dauert das Fest. Mit dem dreizehnten Tag (Sizdah-be-dar) endet das Fest. Familien und Freunde treffen sich am „Sizdah be dar“, manchmal in großen Gruppen, und verlassen die Stadt gemeinsam und gehen zum Picknicken aufs Land. Man nimmt die Sabze (Weizenkeimlinge) mit, die vor Nowruz gesetzt wurde und schon zu einem grünen „Teppich“ herangewachsen ist, mit und wirft sie in der freien Natur weg, möglichst in einen Fluss.

So glauben sie nicht nur, den Frühling willkommen zu heißen, sondern damit auch das Böse, das der dreizehnte Tag mit sich bringen könnte, dort zu belassen, wo es kein Unheil anrichten kann und damit alles Übel vertreiben zu können.

Auf den Wiesen und in den Wäldern sieht und hört man den ganzen Tag lang, die Menschen fröhlich tanzen und musizieren. Junge Mädchen, die im heiratsfähigen Alter sind, singen, während sie Knoten in die Grashalme flechten, einem alten Brauch entsprechend, immer denselben Vers:

„Der dreizehnte draußen zu unserem Glück,

Und in einem Jahr

Für mich einen Mann

Und in meinen Armen ein Kind!“

 

 

Nachwort des Autors:

Ich musste mich bei der Erstellung dieses Heftes leider beschränken. Aus der Fülle des Stoffes, habe ich nur das herausgeholt, was mir bedeutend erschien. Hätte ich versuchen wollen, alle Erzählungen und Bräuche zu bringen, die wir aus der Kulturgeschichte der iranischen Völker kennen, so wäre ein Umfang von gut hundert Seiten erforderlich gewesen.

Meine Darstellung mag subjektiv erscheinen, vor allem dort, wo die Sachverhalte selbst noch umstritten sind. Dies gilt leider für fast alles, was sich auf die Kulturgeschichte des Alt-Irans bezieht. Gleichwohl hoffe ich, wenigstens eine, in sich folgerichtige Gesamtheit von Nowruz entworfen zu haben.

Javad Parsay

 Link zum Artikel: http://www.vii.at/TAWAN/NOWRUZ_Internet_de.htm

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Anhang:

  1. Der Iran wurde seitens der UNESCO als Vertreter der 10 Staaten, die „NOWRUZ“ als Neujahrsfest feiern, gewählt, um Nowruz als „Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity“ der UNESCO zur Registrierung zu bringen. Aus diesem Anlass wurde auch eine einheitliche, lateinische Schreibweise für „NOWRUZ“ empfohlen, die ab nun verwendet werden soll.
  2. Die iranischen Kalender

Im Iran sind drei unterschiedliche Kalender in Gebrauch: Im Alltag wird überwiegend der iranische Sonnenkalender verwendet. Die islamischen Feste richten sich nach dem Mondzyklus (islamischen Mondkalender). Im Geschäftsverkehr mit dem westlichen Ausland gilt der gregorianische (christliche) Kalender.

Das iranische Sonnenjahr erstreckt sich vom 21. März bis zum 20. März des darauf folgenden Jahres der christlichen Zeitrechnung. Da die islamisch-iranische Zeitrechnung mit der Übersiedlung Mohammads nach Medina (622 n. Chr.) beginnt, zeigt der iranische Sonnenkalender eine Differenz von 621 oder 622 Jahren zum christlichen Kalender.

Das islamische Mondjahr ist um 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr. Es währt also nur 354 Tage, wobei elfmal in 30 Jahren ein zusätzlicher Tag eingefügt wird. Die zwölf islamischen Monate wandern somit durch den Jahreskreis. Da jeder islamische Monat mit dem ersten Sichtbarwerden des Neumonds am Abendhimmel beginnt, kann es zu regionalen Terminverschiebungen kommen.

3.Die Schaltjahrregel lautet: Das Jahr muss um einen Tag verlängert werden, wenn der astronomische Frühlingsbeginn in den Nachmittag (Teheraner Zeit) des 366-ten Tages fällt. Dadurch gibt es in einem Zyklus von 33 Jahren 8 Schaltjahre, wobei ein Mal der Intervall statt 4 Jahre, 5 Jahre beträgt. Eine einfache Faustregel lautet wie folgt: Die Jahreszahl (Hedjri Shamsi) dividiert durch 33, wenn der Restwert 1, 5, 9, 13, 17, 22, 26 oder 30 beträgt, dann ist dieses Jahr ein Schaltjahr. Die genaue Berechnung der Schaltjahre über mehrere Jahrhunderte hinweg ist jedoch etwas komplizierter.

4.Spuren von uralten Bräuchen in Europa, Feuerrituale 

„Knisternde Lagerfeuer-Romantik ist Donnerstag Nacht, im Juni, angesagt: Da laden die zwei Dörfer, das eine in Breitenlee und das zweite in Siebenhirten, im Maisfeld zum Johannis-Fest ein – einem uralten Brauch, der wieder zum Leben erweckt wurde. Verliebte, die wissen möchten, ob das „Strohfeuer“ zwischen ihnen bald erlischt oder ob es die Beziehung für’s Leben ist, können den Sprung über die lodernden Flammen wagen. Die Hände müssen dabei gekreuzt sein. Halten sie sich auch noch nach der Feuerprobe fest, stehen die Sterne gut.“ (Auszug aus: Neue Kronen Zeitung, Wien)

  • Jahresfeuer: Feuer ist ein elementarer Bestandteil vieler Riten und Bräuche. Jahreszeitlich gebundene Feuer bilden nur einen Teil des auf’s Ganze gesehen umfangreichen Feuerbrauchtums. Der überwiegende Teil der Jahresfeuer fällt in die erste Jahreshälfte von Weihnachten bis zur Sommermitte, wobei sich in jeder Landschaft bestimmte Termine besonders herauskristallisieren. Für Österreich können wir, aufgrund der Erhebungen zum “Österreichischen Volkskundeatlas”, ziemlich deutliche regionale Schwerpunkte erkennen.
  • Osterfeuer finden wir zum Beispiel im gesamten südösterreichischen Raum (v.a. in den südlichen Gebieten Kärntens, der Steiermark und Burgenlands). Feuer zu Peter und Paul begegnen wir dagegen verstärkt in den nördlichen Teilen Salzburgs und Oberösterreichs, während die Feuer am ersten Fasten – Sonntag, -”Funkensonntag”, “Hollerpfannsonntag”, “Kassuntig”- in Vorarlberg, im Außerfern und Teilen Südtirols, v.a. im Vinschgau, ihren Schwerpunkt haben. Sonnwend- und Johannisfeuer sind eigentlich in ganz Österreich anzutreffen. Eine Besonderheit Tirols sind die Herz-Jesu-Feuer.
  • Sonnwendfeuer: Die Feuer zur Sommersonnenwende weisen wohl vorchristliche Wurzeln auf, waren aber vor allem im Mittelalter sehr verbreitet, und haben sich, über die Verbote der Aufklärung hinweg, vielerorts bis in unsere Zeit erhalten. Im Zuge der Christianisierung, ersetzte die Kirche das Fest der Sommersonnenwende durch jenes der Geburt Johannes des Täufers am 24.6. (= Johannisfeuer), aus den Sonnwendfeuern wurden die Johannesfeuer. Ob jedoch unter dem Namen Sonnwendfeuer oder Johannisfeuer, die Feuer zur Sommersonnenwende zählen zu den verbreitesten in ganz Österreich.Unter dem Namen “Sonnwendfeuer” werden in Tirol vor allem noch im Raum Innsbruck und im Zillertal Bergfeuer entzündet. Brauchtermine sind die Nächte um die Sommersonnenwende, das ist der 22. Juni. Besonders in den letzten Jahrzehnten sind sie, zugunsten der Herz-Jesu-Feuer, in den Hintergrund getreten, nicht zuletzt deshalb, weil die Feiern zur Sommersonnenwende in der Zeit des Nationalsozialismus für ideologische Zwecke missbraucht wurden.
  • Johannisfeuer: In der Nacht des 24. Juni werden in Tirol, Nieder- und Oberösterreich, Bayern, Baden-Württemberg und Mitteldeutschland (Harz) die Johannisfeuer entzündet. Der 24. Juni ist der Geburtstag Johannes des Täufers. Er geht dem Geburtsfest Christi um sechs Monate voraus, und galt ursprünglich als Fest erster Klasse. Die Kirche versuchte bereits im Mittelalter die älteren Sonnwendfeuer durch die Johannesfeuer zu ersetzen. Das Entzünden von Johannisfeuern ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt und seit dem 14. Jahrhundert häufig belegt. Im Mittelalter führte man vor allem Tänze rund um die “Johannisfeuer” auf. Da das Fest des heiligen Johannes in die Zeit der Sommersonnenwende fällt, war es im Volksglauben mit vielen Bräuchen – besonders Reinigungs-, und Fruchtbarkeitsriten – verbunden.Der Sprung über das Johannisfeuer sollte sowohl baldige Heirat als auch Schutz vor Hexen und Geistern versprechen. Angebrannte Holzstücke steckte man in Felder und Äcker, um diese vor Ungeziefer zu schützen. Auch die Johannisfeuer wurden zunehmend durch Herz-Jesu-Feuer ersetzt. In der Wildschönau, im Zillertal, im Rofangebiet und im Gebiet um Lermoos sind sie jedoch noch zu finden.
  • Herz Jesu-Feuer: Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert werden auf den Bergen Tirols Herz-Jesu-Feuer, als Zeichen der Erneuerung des Herz-Jesu-Gelöbnisses von 1796, entzündet. Als französische Truppen unter Napoleon I. das Land Tirol bedrohten, traten die Tiroler Landstände 1796 in Bozen zusammen, um die Situation zu beraten. Der Stamser Abt Sebastian Stöckl regte dort an, das Land dem “Heiligsten Herzen Jesu” anzuvertrauen und so göttlichen Beistand zu erhalten. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen,
    die Landstände gelobten im Namen des Volkes, das
    Herz-Jesu-Fest jährlich feierlich zu begehen. Als Herz-Jesu-Tag
    wurde der 2. Freitag nach dem Fronleichnamsfest gewählt.Am Samstag nach diesem Freitag werden nun in ganz Tirol Herz-Jesu-Feuer entzündet. Sie gelten als “lodernder Beweis” der Unauflösbarkeit des Gelöbnisses der Tiroler Landstände aus dem Jahre 1796. Die Feuer ordnet man häufig in Form von Herzen, Kreuzen oder den Zeichen Christi “INRI” oder “IHS” an, aber auch in Schriftzügen, die meist auf die Tiroler Einheit hinweisen.

Literatur.: Wolfram, R. Die Jahresfeuer. In: Österr. Volkskundeatlas. Kommentar und Karten 3. Lfg. (1968), Bl. 52 u. 4. Lfg. (1971), Bl. 68 u. 69. – Haider, Friedrich: Tiroler Brauch im Lebenslauf. Innsbruck 1990. – Teutsch, Brigitte: Tiroler Brauchtum. Rund ums Jahr. Starnberg 1995. – Petzoldt, Leander: Volkstümliche Feste. Ein Führer zu Volksfesten, Märkten und Messen in Deutschland. München 1983. – - Küster, Jürgen: Wörterbuch der Feste und Bräuche im Jahreslauf. Freiburg 1985, 89-90. – Schmidt, L.: Zur Geschichte der Sommer-Sonnwendfeuer in Tirol. Bericht über den fünften Historikertag in Innsbruck (Veröff. D. Verbandes Ö. Geschichtsvereine 13, 1960), 109 f.

5.Spuren von uralten Bräuchen in Europa, Festmahl 

„Wie unser Lieblingsfisch Geschichte machte. Er startete seine Karriere als Opfergabe. Und auch die Mönche im Mittelalter wussten, was sie am Karpfen hatten. Amerikaner und Australier verfolgen ihn. Doch in unserer Küche ist seine Popularität ungebrochen.

Glücklich ist, wer vom Weihnachts- oder Silvesterkarpfen eine Schuppe im Portemonnaie aufbewahrt. Ihm wird nie das Geld ausgehen – sagt der Volksmund. Der Karpfen, wenn man über ihn spricht, schneidet immer gut ab. Schon dass er zum Festtagsschmaus auserwählt ist, wird ihm positiv ausgelegt. Die Göttin Freia erhob ihn, wegen seiner Fruchtbarkeit, in den Rang eines heiligen Tieres. In verweltlichter Form, geschieht das heute noch am Heiligen Abend oder zu Silvester.

Ja, der Karpfen ist uralt. Aber die Eiszeit hat er vermutlich doch nicht miterlebt, wie eine von vielen Theorien lautet. Die Kälte hätte er kaum überstanden, da er für Temperaturen so um 23 Grad zu haben ist. Wahrscheinlicher klingt, dass er ursprünglich im Kaspischen Meer zu Hause war, von wo er sich nach Osten und Westen ausbreitete.

Auf seinem Weg nach Westen, gelangte er in das Schwarze Meer, schwamm die Donau hinauf bis in das Herz Europas. Und weil er ihnen als Fastenspeise gelegen kam, kümmerten sich die Mönche im Mittelalter um sein Gedeihen. Den Ur-Karpfen gibt es. Schlank, lang gestreckt und gänzlich mit Schuppen versehen, lebt er, unweit von Wien, in den Donauauen. Sein Fleisch ist zartrosa – er ernährt sich von Muscheln.“ (Auszug aus: Neue Kronen Zeitung, Wien)

   

Georg Friedrich Hegel über Perser

Gesendet von A. Zaribaf am 26 - Februar - 2011

“Mit dem persischen Reiche treten wir erst in den Zusammenhang der Geschichte. Die Perser sind das erste weltgeschichtliche Volk. Persien ist das erste Reich, das vergangen ist”.

Friedrich Nietzsche über Zarathustra

Gesendet von A. Zaribaf am 26 - Februar - 2011

 „Ich muss Tribut zahlen Zarathustra, einem Perser, denn Perser waren die ersten, wer dachte an Geschichte in seiner vollen Ganzheit.“ und fügt weiter hinzu: ” War es viel glücklicher, wenn Perser Meister (Herr) des Griechen wurden, als das Romans. „

Historisches über Zarathustra

Gesendet von A. Zaribaf am 29 - Januar - 2011

Historisches über Zarathustra

Als Zarathustra Spitama zur Welt kam, führten in Persien Unrecht und Lüge, Versklavung und Ausbeutung das Regiment. Offiziell wurde Zarathustra am 6 Farvardin (26 März) 1768 v. Chr. Im Nordosten Irans, in der Provinz Khorasan, geboren. Entsetzt über die Zustände in seinem Land und voller Zweifel an der Vielgötterei, zog Zarathustra sich im Alter von ca. 20 Jahren hoch in die Berghöhle zurück. Dort wollte er durch meditative Einkehr und philosophische Reflexionen zur Wahrheit über diese Welt und letztendlich zu Gott, den einen allmächtigen Erschaffer gelangen.

Die Zarathustra Religion setzte sich im Iran unter dem Herrschergeschlecht der Achämeniden (um 700-300 v. Chr.) durch, unter denen das erste Perserreich entstand. In der Ära der Sassaniden war der zoroastrische Glaube die offizielle Religion des Landes.

Ahura Mazda ist der Innbegriff der Amesha Spentas. Sie spiegeln sein Wesen wieder. Sie können auch sozusagen als Engel, Gefolgschaften Ahura Mazdas bezeichnet werden!

Amesha Spentas sind die 7 heilwirkenden Unsterblichen bestehend aus: Die Gesamtheit der guten Kräfte, die Gefolge Ahura Mazdas, Heilige der göttlichen Hofstaat, geistige Wesenheiten, Erzengel die geistigen Urbilder, göttliche Wesen, Heilwirkende Gottheiten, Ahuras Geisteskräfte, Demurgen (Handwerker Gottes),die Tugenden der Gläubigen.

I.Engel der Reinheit: VOHU-MANU(Vahista Manah) Bedeutung: guter oder bester Sinn, reiner Geist, guter Gedanke, Reinheit, gute Gesinnung, Heiliger Geist

II.Engel der Wahrheit ASHA VAHISTA Bedeutung: das göttliche Recht, rechte Ordnung, Wahr sein, Wahrhaftigkeit, Wahrheit, beste Frömmigkeit, beste Gerechtigkeit

III.Engel der Herrlichkeit KHSHATARA Bedeutung: Herrschaft, Macht, das erwünschte Reich, Machtbereich des Guten

IV. Engel der Liebe ARMAITI Bedeutung: die Erde, Liebe Fügsamkeit, Ergebenheit, Andacht, Heilige Harmonie

V & VI. Engel der Vollkommenheit und der Unsterblichkeit HAURVATAT und ARMERETAT
Bedeutung: Heilsein, Gesundheit, Gedeihen, das vollkommene Wohlsein, Fülle, Vollkommenheit, Unsterblichkeit, ewige Wonne, Lebenskraft

VII.Engel der Treue SRAOSHA Bedeutung: Gehorsam, inspirierender Geist, Himmlischer Bote, Engel der Initiation

Die Botschaft Zarathustras

Mit dem Zoroastrismus rief der persische Prophet Zarathustra die erste monotheistische Religion der Welt, den Ahura-Mazda Glauben, ins Leben. Im Laufe seiner Suche kam er von der Selbsterkenntnis und der Welterkenntnis zur Gotteserkenntnis (Asha). Zarathustra empfand Gott als „Mazda“ allwissend und bezeichnete ihn daher als Ahura Mazda den „Herrn der Weisheit“. Er sah in ihm den Schöpfer, den Allwissenden, den Allmächtigen; daher stellte er seine Botschaft und Lehre auf drei Fundamente: „gutes Denken“,..“gutes Reden“ und… „gutes Wirken“.

Ahura Mazda („der weise Gott“) betrachtet den Menschen nicht als seinen Sklaven. Er hat ihm Wissen und Urteilsvermögen geschenkt, ihm Willensfreiheit und die Möglichkeit gegeben, höhere Stufen des Menschenseins zu erreichen. Laut der Lehre Zarathustras ist Ahura Mazda ein gutmütiger, nicht strafender Gott. Aber was ist das Fortschrittliche am Zoroastrismus? Er ist ein dem modernen Menschen sehr vertrauter Gedanke: Das Individuum trägt für seine Taten die persönliche Verantwortung: der Mensch besitzt einen absolut freien Willen und kann seine Lebensweise von Natur aus frei wählen.

Um seine Botschaft zu verkünden, brauchte Zarathustra keine Hinweise auf Wunder oder dergleichen, sondern sprach Intellekt, Logik und den gesunden Menschenverstand an. Die Verkündungen Ahura Mazdas stellte er in den Gathas („reinen Gesängen“) dar, die von „gutem Handeln auf dem Weg zur Reinheit“ sprechen. Die heilige Schrift der Zoroastrier- wie dem Weg zur Reinheit sprechen. Die heilige Schrift der Zoroastrier, der Avesta („Lobpreis“) bestand ursprünglich aus 21 Büchern. Als Yasna bezeichnet man die überlieferten 72 Kapiteln des Avesta, wobei man 16 Kapiteln direkt Zarathustra zuschreiben kann.

 Ein Schlüsselwort und Konzept wie das Tao (im chinesischen Taoismus) ist im zoroastrischen Glauben das Asha („was sich anpasst“). Es bedeutet universales Gesetz Wahrheit, ewiges Prinzip, der Schöpfungsplan, die Weltordnung des Allmächtigen. Aus der Sicht der zoroastrischen Lehre gehört zur richtigen Weltanschauung menschliches Handeln im Einklang mit dem Asha-Gesetz.  Das Asha-Gesetz ist die Kraft, die alles im Universum harmonisch miteinander verbindet. Nur auf dem Pfad des Asha gelingt es dem Menschen die Wahrheit zu erkennen und somit die Berührung mit Gott zu kommen. Dabei helfen ihm die drei Prinzipien „gute Gedanken, gute Worte, gute Taten“ aber auch Meditation und Intuition.

In der Lehre Zarathustras gibt es zwei Juwelen – Kräfte, die derselben Quelle entstammen, aber auch im Widerspruch zueinander stehen. Diese spielen eine grosse Rolle in der Ordnung des Seins und wirken in Form von positiver und negativer Kraft.

Beide Kräfte gelten in der alten Asha- Weltordnung als notwenidig und voneinander abhängig, sie zeigen sich beim Menschen in seiner Fähigkeit, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden. Der Weise der im Sinne der Schöpfung denkt redet und handelt, schafft sich sein Paradies. Und der Unkluge, der nur aus Selbstsucht und Trieben heraus handelt, richtet zwangsläufig bei sich und anderen Schaden an und wird die Hölle (Ahriman) erleben.

Die Bedeutung des Feuers im zoroastrischen Glauben ist eine sehr einleuchtende: Es gilt als reinstes Element, da es nicht verschmutzt werden kann. Da seelische und körperliche Reinheit einen großen Platz einnimmt, verwahrt man das Feuer als Reinheitssymbol in den Feuertempeln, den zarathustrischen Gotteshäusern. Wo man Rauch aus Tempeln aufsteigen sah, wusste man sich in einem Gebiet der Anhänger Ahura Mazdas, die für den Sieg des guten in der Welt kämpfen wollten.

Das älteste Feuer der Welt befindet sich im Feuertempel (Atashkadeh) von Yazd. Es brennt seit Jahunderten und besteht aus 17 verschiedenen Feuern, die (wie der Blitz) aus der Natur oder aus Berufen wie Bäcker, Schmied, Glasbläser, Koch usw. stammen. Ein Mobed (Zarathustra Priester) schreibt: „Solange das ewige Feuer in den Feuertempeln brennt, solange währt die alte Lehre des iranischen Meisters.“

Dakhmeh heißt auf persisch Grab, bezeichnet aber ausschließlich Bauwerke, die auch „Türme des Schweigens“ genannt werden und den Anhängern Zarathustras als Begräbnisstätte dienen.

Ursprünglich wurden die Leichname einzeln als „Sonnenbestattung“ an wasser- und pflanzenlosen, erhöhten Stellen auf Felsen abgelegt, die mit kleinen Mauern umgeben wurden. Diese Ummauerungen sollten verhindern, dass der Tote von Wildhunden oder anderen Landraubtieren gefressen wurde. Erwünscht war nur der Verzehr durch Vögel.

Die runde Turm-Dakhmah, die ganzen Gemeinden dient, ist erst seit islamischer Zeit belegt. Bei den Berg-Dakhmahs handelt es sich um Ummauerungen von Felskuppen ohne weitere Ausschmückungen. Die durch die Vögel, aber auch Wind und Wetter freigelegten Knochen wurden dann in Felsgruben oder in steinernen Kisten, sogenannten Astodanen, gesammelt.

 Pire Sabz oder Chak Chak ist die wichtigste Pilgerstätte der Zoroastrier. Zwischen dem 14 bis 18 Juni jedes Jahr pilgern jedes Jahr tausende Zarathustrier aus allen Teilen der Welt nach Pire Sabz. Chak Chak ist der Ort wo Nikbanu Tochter des letzten Sassanidischen Herrschers Yardgerd III Zuflucht vor den einfallenden Arabern um 640 n. Chr. Suchte. Es heißt, sie betete zur Ahura Mazda um Schutz und der Berg nahm sie schließlich auf.

Veröffentlicht  Donyae Tejarat März 2010

Muttersprache und Nationale Einheit

Gesendet von A. Zaribaf am 16 - Januar - 2011

Von Tirdad Bonakdar

Übersetzt aus dem persischen von Amir Zaribaf

Französische Intellektuelle die für dritte Welt Länder Sympathien haben und Stämme wie die der Kurden als „die Vergessenen der Geschichte“ bezeichnen und Ihre Rechte versuchen zu verteidigen haben jedoch eine andere Meinung gegenüber Korsika und sind der Überzeugung dass 200 Jahre Jahre Zusammenleben mit den Franzosen ausreichen um sie als Französische Staatsbürger zu bezeichnen.

Der Innenminister Frankreichs lehnt es ab die Menschen in Korsika als ein „Volk“ zu bezeichnen, weil es nach seiner Ansicht gegen die Verfassung ist. Gerade weil Korsika am 14 Juli 1790 feierlich im Rahmen des Förderationsfestes als Mitglied der französischen Nation erklärt wurde. Jedes Jahr feiern die Franzosen den Eid zur Nation am 14 Juli.

Genau diese Intellektuellen vergessen aber die friedliche Koexistenz der Iranischen Ethnien seit Tausenden von Jahren. Nur Minderheiten in anderen Ländern sind zu unterstützen und nicht in Frankreich selbst. Vor 100 Jahren haben die Franzosen Minderheiten in Libanon unterstützt und heute unterstützen sie die Kurden, aber auf französischen Boden haben sie Angst vor anderen Sprachen und Dialekte.

Was oben beschrieben wurde, war eine Zusammenfassung einiger Schlagzeilen aus dem Ausland bezüglich der Bedeutung der persischen Sprache im Iran.

Das Recht Angehöriger von Ethnischer oder Sprachlicher Minderheiten hinsichtlich Unterricht der eigenen Muttersprache, ist in den meisten multisprachlichen Ländern der Welt akzeptiert. Sogar die Türkei, was bis vor 10 Jahren die Existenz der Kurden verleumdete, hat erlaubt kurdischsprachige TV-Stationen für die von überwiegend von Kurden bewohnten Gebiete zuzulassen. Aber der entscheidende Punkt ist, dass die Ethnischen und Sprachlichen Minderheiten sich von gewalttätigen Aktionen gegen die nationale Sicherheit distanzieren, und versuchen stattdessen die Regierungen von den Vorteilen von kulturellen und ethnischen Rechten zu überzeugen. Insbesondere auch, dass dieses Recht ein bedeutender Vorteil ist und eben nicht im Widerspruch zum Völkerrecht steht.

Bislang sind in Bezug auf Minderheitenrechte innerhalb von Nationalstaaten die  Bekannteste und bedeutendste Erklärung die Beschießung der Vereinten Nationen von 1992 hinsichtlich der Reglung von Rechten von Nationalen, Ethnischen, Religiösen und Sprachlichen Minderheiten*). Nach Artikel II dieser Erklärung haben Mitglieder von Minderheiten das Recht auf kulturelle Ausübung, religiöse Zeremonien, Verwendung von Sprachen in der Öffentlichkeit und Privaten. Aber im Artikel VIII dieser Erklärung steht, dass „die vorliegenden Erklärung darf nicht so interpretiert werden, dass Handlungen gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen, auch territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit der Staaten legimitiert werden”.

Auch wenn einige Regierungen sich weigern einige Artikel dieser Erklärung umzusetzen und damit Gefahr laufen von den Vereinten Nationen bestraft zu werden, sind generell alle Erklärungen der Vereinten Nationen nicht bindend. Seit der Verabschiedung dieser Erklärung bis heute gab es Differenzen zwischen den Vereinten Nationen und den Mitgliederstaaten die sich weigerten diese Erklärung umzusetzen. Man kann bis heute zu dem Entschluss kommen, dass die Umsetzung dieser Erklärung mehr dazu gebraucht wird um Druck auf Regierungen der Vereinten Nationen zu üben.

 Im Falle Irans sichert die Verfassung nach Artikel XV den Gebrauch von lokale Sprachen neben der Amtssprache persisch in Medien, Publikationen und Lehrmaterialien zu, zur Zeit gibt es Medien in lokale Sprachen, es gibt private Einrichtungen mit Unterricht in lokale Sprachen sowie staatliche Hochschulen (Allameh Tabatabai Universität der Literatur und Philosophie hat eine Fakultät der Türkische Sprache), die Iranischen Ethnien haben volle Rechte und Freiheiten der Ausübung  von Sprachen.

Aber auf der ersten Konvention der Minderheitenrechten ist der verbindliche Aspekt eine grundlegende Konvention zum Schutz der nationalen Minderheiten des Europarates,was in November 1994 angenommen wurde und als erstes verbindliches Dokument gilt, was auch die Rechte der indigenen Minderheiten schützt. Laut dieser Charta ist das Recht des Gebrauches von Minderheitensprachen im öffentlichen und privaten Leben erlaubt.

So wurde in europäischen Ländern ausserhalb der EU oder Beitrittskandidaten der EU beobachtet, dass kein Land bereit war ein rechtsverbindliches Dokument zur vollständigen Anerkennung der kulturellen Rechte von Ethnischen und Sprachlichen Minderheiten anzuerkennen. Aber wie kann es sein, dass in Ländern der EU diese Charta auf Akzeptanz stösste und andere Regierungen der Welt zögern oder es vermeiden diese Charta zu akzeptieren?

Roland Burton, französischer Anthropologe hat eine passende Antwort auf diese Frage: Er glaubt, dass die unveränderbarkeit der Grenzen in Europa, sogar vor dem Helsinki Abkommen von 1973 akzeptiert ist…die Kriegsära ist vorbei.. Er hat zurecht „serbischen Imperialismus“ als ein anderes Phänomen bezeichnet, das unvermeidbar in Europa war.

 Deswegen wurde in Europa, in Hinblick auf ethnischem Aktivismus in den jeweiligen Nationalstaaten, der Weg für ethnischen und sprachlichen Aktivismus geebnet. Aber die Frage bleibt, ob dieser Weg auch woanders auf der Welt eingeschlagen wird. Um diese Frage zu beantworten sollte man die verschiedenen Ebenen der menschlichen Entwicklung in verschiedenen europäischen Ländern und anderen Ländern hinsichtlich der ethnischen Hintergründe und funktionellen Gruppen näher durchleuchten.

Zum Beispiel: in Ländern mit türkischen Minderheiten gibt es auch einen schleichenden Einfluss von Panturkismus mit rassistischen und  hinterlistigen Ansichten gegenüber der Türkei. Diese Bewegung versteckt sich hinter dem Argument „Menschenrechte“ zielt jedoch den Separatismus an und eine Anbindung von anderen Staatsgebieten an die Türkei (vor allem im Iran und der Republik Azarbaijan). Diese Strategie wurde schon 1974 bei der Militärinvention und der Teilung Zyperns realisiert.

Noch ein weiteres wichtiges Beispiel sollte hier erwähnt werden. Vor 2 Jahren haben einige als Anlass des internationalen Tages der Muttersprache eine Kampagne gestartet mit dem Motto „Recht auf Bildung auf der eigenen Muttersprache“. Diese Unterschriftenkampagne stiess trotz viel Werbung und gefälschte Unterschriften auf nur 10 Tausend Unterschriften, zwei Punkte müssen dabei beachtet werden.

Erstens wurde die Kampagne eben nicht „Recht auf Unterricht der eignen Muttersprache“ genannt sondern „Recht auf Bildung auf der eigenen Muttersprache“. In allen Ländern, die  Rechte von Sprachlichen Minderheiten respektieren beachten auch das „Recht auf Unterricht der eigenen Muttersprache“ . Die Bedeutung „Recht auf Bildung in der eigenen Muttersprache“ heisst soviel wie, dass die nationale Amtssprache abgeschafft wird, wobei das „Recht auf Unterricht der eigenen Muttersprache“ das Recht der sprachlichen Minderheiten eingeräumt wird, neben Unterricht der nationalen Amtssprache auch Unterricht in der eigenen Muttersprache in Schulen und Hochschulen zu haben. Dieses Recht gibt es in vielen Ländern und wird auch umgesetzt.

In der Resolution von 1992 der UN-Vollversammlung und der Kommission zum Schutz der Rechte von nationalen Minderheiten des Europarats wurde keine direkte Bezugname auf die Art und Weise von Verwendung von Minderheitensprachen in der Öffentlichkeit genommen. Die meisten Länder akzeptieren das Recht des Unterrichts der Muttersprache neben der Amtssprache. Dieses Recht gilt aber nicht in Ländern wie die Schweiz oder Belgien die zunächst Monarchien waren. Im Falle Irans gibt es das Recht auf Unterricht der eigenen Muttersprache neben der nationalen Sprache was sinnvoll und überprüfbar ist, aber das „Recht auf Bildung in der eigenen Muttersprache“ was gleichbedeutend mit der Abschaffung der Sprache der Iraner, nämlich die alte persischen Sprache ist und einen unvorhersehbaren Schaden für das Land und der territoriale Integrität bedeutet und keinesfalls zu akzeptieren ist.

Zweitens, wurde der Text dieser Kampagne in persisch und türkisch (mit lateinische Buchstaben) veröffentlich. Die Veröffentlichung von einem türkischen Text mit einer fremden Buchstabenreihenfolge ist im Iran und andere Länder unüblich und zeigt separatistische Absichten der Initiatoren dieser Kampagne. Schon allein die Anfertigung des türkischen Textes und Sammlung von Unterschriften von Separatisten und Turkmenischen Aktivisten zeigt auch die Kurdenfeindlichkeit dieser Leute und auch, dass diese Leute nicht einmal an die kurdischen Aktivisten denken wollen. Es fielen eigenartige Namen wie Atila, Ilghar und Akhtai die Teile der Initiatoren dieser Kampagne waren und noch die Tatsache unterstreichen, wie faul und rassistisch das ganze Vorhaben war.

*)http://www2.ohchr.org/english/law/minorities.htm

Originaltext in persisch: http://iranshahr.org/?p=7164

Azarbaijan- Geschichte, Sprache und Identität

Gesendet von M. Loghman am 12 - Dezember - 2010

von Masoud Loghman

übersetzt aus dem persischen von Amir Zaribaf

Die Menschen in Azarbaijan, so wie es ihr Gebiet zeigt, sind iranisch(arisch) stämmige Menschen. Die Bezeichnung Azarbaijan stammt von <Atrupat> einem Heerführer der Achämiden, der Azarbaijan aus den Klauen von Alexanders Truppen befreite und lange Zeit mit seiner Familie in Azarbaijan herrschte. Dieses Gebiet wurde vor Atrupat, Medien genannt.

Ebrahim Pourdavoud(Februar  9, 1885 – November 17, 1968) einer der bedeutendsten Iranistiker schrieb über die Bedeutung von Azarbaijan oder <Atrupatgan>:“ Die Bezeichnung Atrupat, oder Atrupatgan wurde im alten Iran häufig verwendet, aus zwei Wörtern bestehend bedeutet Atrupatgan: Atr (Azar) und Pat das Akkusativ der Grundform abgeleitet aus dem awestischen oder altpersichen bedeutet bewahrend oder schützend mit gan was zu Atrupatgan oder Azarbadegan wurde, auch die selbe Bezeichnung wurde für  andere Gebiete im Iran verwendet z.B. Golpayegan (Golbadegan).

Azarbaijaner sind die Nachkommen der arisch-stämmigen Meder, dieselbe Ethnie wovon auch die Kurden abstammen. Die alte Sprache Azarbaijans war Pahlavi-Azari und hat nach den Forschungsergebnissen von Iranern und Ausländern nichts mit dem türkischen zu tun. Die Türken kamen mit dem Eindringen der Seldschuken in den Iran, sie waren ein Nomadenvolk aus Viehzüchtern, die aufgrund der bergigen und fruchtbaren Landschaft Azarbaijans auch dort blieben.

Nach den Türken sind die Mongolen in den Iran eingedrungen. Sie sind den Türken sprachlich und ethnisch sehr nah und deren Söldner waren schließlich Türken. Sie machten Maraghe, Soltanieh und Tabriz zu den Hauptstädten und herrschten über die Menschen in Azarbaijan. Aufgrund der Beziehungen zwischen den Menschen in Azarbaijan und den aggressiven Machthabern wurden azarische Wörter mit türkischen Wörtern ersetzt. Gleichzeitig, mit der Verbreitung der Eindringlinge in Azarbaijan sowie mit der tausendjährigen Herrschaft der Türken, ersetzte die türkische Sprache die Sprache Pahlevi-Azari nach 700 Jahren des Eindringens der Seldschuken.

Die Ausrottung der Pahlevi-Azari Sprache fing erst außerhalb der großen Städte an, aber langsam auch innerhalb der großen Städte statt.  Zakria bin Mohamad Ghazvini schilderte in seinem Buch „Asare Albelad“ im Jahre 674 (iranische Zeitrechnung, ca. 11 Jhd. n.Chr.) über Tabriz „Die Astronomen sagten, dass Tabriz von den Türken nicht eingenommen wird, auch wenn die Zukunft der Stadt ein Skorpion ist und dem Mars gehört, bis jetzt haben sich seine Worte bewahrheitet ,im ganzen Azarbaijan wurde keine Stadt von den Türken verschont bis auf Tabriz.“

Ahmad Kasravi  Tabrizi schrieb  in seinem Buch Azari, die alte Sprache Azarbaijans: „ Nach dem zerstörerischen Mongolensturm im Iran starb im Jahre 735(iranische Zeitrechnung). Abu-Seyed in Azarbaijan und es gab keinen Nachfolger, zwischen den Mongolenführern brach ein Machtkampf aus, sodass ihre Söhne zu Königen ernannt wurden und der Machtkampf sich weiterhin fortsetzte. Nach nichteinmal einem Jahr nach Abu-Seyds Tod gab es drei Könige die Ihren Machtkampf  jahrelang fortsetzten. Da Iraner damals würdelos und unfähig waren, mischten sie bei den Auseinandersetzungen mit und da Azarbaijan unter der Mongolenherrschaft stand, verbreiteten sich diese Kriege auch, die viel Schaden und Verluste anrichteten und infolgedessen starben viele Menschen dort. In der Zeit hat Tabriz schwere Zeiten durchlebt. Als Azarbaijan von Ahmad Ilkani beherrscht wurde und er Amir Ali Estarabadi zum Govaneur Tabrizs machte, hat er aus Feindschaft Taghtamesh König von Ghachpagh 50.000 Mongolen in die Stadt transferiert um Amir Ali zu besiegen und nach eine Woche Widerstand brach der Widerstand der Menschen und der Stadt wurde enormen Schaden zugefügt. Nach dieser Zerstörung waren Teymour und seine Truppen dran. Zu seiner Zeit hat Azarbaijan viel Zerstörung durchlebt. Ilkans Zeit war gekommen und Azarbaijan war hart umkämpft, laut der Geschichtsschreibung war es der Stamm der Gharaghonulu die durch die Türken dahin siedelten und ein Königreich gründeten, was sich immer im Krieg befand. Danach war die Zeit der Aghonyoulu gekommen, die wiederum ein Königreich gründeten und die Zeiten von Krieg waren wieder da. Danach kam die Herrschaft der Savawiden, im Jahre 906,  70 Jahre nach dem Tod von Abusaid war Azarbaijan immer ein Schlachtfeld, nach meiner Ansicht ist das Aussterben der Azarischen Sprache und Ausbreitung von türkisch auf diese Zeit zurückzuführen“.

Das Ausserben von Sprachen und Erschaffung von neuen Sprachen ist kein neues Thema. In der Geschichte gab es viele Beispiele, wie zum Beispiel das Aussterben der Sprache in Ägypten und Nord-Afrika und dessen Ersetzung durch die arabischen Sprache. Oder auch die Sprache von einigen Völkern in Mittelasien, Arran (Republik Azarbaijan) und Zentralasien die durch türkisch ersetzt wurden.

In dem Buch Die Geschichte Azarbaijans in Baku gedruckt steht: „Viele der Ethnien im Osten heute sprechen nicht dieselbe Sprache, die einst Ihre Ahnen gesprochen haben. Zum Beispiel wurden in Mittelasien die iranischen Sprachen Kharzami, Soghdi und Parthi durch die türkische Sprache ersetzt. Aber der Einfluss einer einzigen Sprache bedeutet nicht automatisch die Einengung der Entfaltung von Ethnien. Die heutigen Ethnien sind die direkten Nachfahren ihrer Ahnen aus der Vergangenheit. Sie haben bis heute ihre kulturellen, geschichtlichen und ethnischen Wurzeln beibehalten. Azarbaijan wurde aufgrund der bedeutenden geographische Lage im11 Jhd. von den Türken angegriffen. Immer mehr der türkischen Völker zogen nach Azarbaijan, trotzdem überlebte persisch in Arran und Azarbaijan bis zu der Machtergreifung der Safawiden.

Ein Blick in die Geschichte verrät uns, dass von 1200 Jahren der 1400 Jahren nach der Islamisierung, der Iran unter der Herrschaft von Nomaden oder Stämmen war, davon waren es 900 Jahre wo der Iran unter türkisch oder turkmenisch sprechender Herrschaft stand, wie zum Beispiel die Seldschuken, Gharkhtain, Ghargholian, Aghoughlian, Ghoz, Safawiden, Afsharen und Qajaren. Die Geschichte zeigt, dass nur wenige Jahre der Iran unter der Herrschaft von iranischen Regierungen stand, sodass die Diskussion um Perser oder Persischer Chauvinismus reine Fabelgeschichten sind.

In den 90 Jahren Herrschaft der Türken und Turkmenen im Iran, haben die Menschen an der Front der Persischen Sprache, Geschichte und nationalen Rituale es geschafft die geschichtliche und nationale Identität zu erhalten. Aufgrundessen wurden die Türken, wie jede andere Eindringlinge in diesem Land, wie Mongolen und Araber unter den Iranern vermischt. Die Iraner haben ihre gemeinsamen ethnischen, geschichtlichen und kulturellen Wurzeln beibehalten.

Die Historiker wie  InHughl und Massoudi haben bei ihrer Reise in den unterschiedlichsten Gebieten Irans im 9 Jhd. von unterschiedlichen Ethnien  in Arran, Azarbaijan, Kaukasus, Khorassan, Sistan, Armenien und andere Ethnien im Westen, Osten, Norden und Süden berichtet, dass alle auf Persisch kommuniziert haben.

Massoudi, Historiker aus dem 9 Jhd. schrieb: „Die Iraner sind ein Volk die von  den Bergen Azarbaijans, Armenien, Arran,  Bilghan der mal Babylonien war, Rey, Tabarestan, Masghat, Shayeran, Abrshahr, was Neyshapour heute heisst, und Herat und andere Städte Khorassan, Sanjestan, Kerman, Fars, Ahwaz und alle Städte des Landes waren reicht vereint und hatten einen König und eine gemeinsame Sprache. Außer, dass in einigen Fällen die Aussprache anders war haben alle eine gemeinsame Sprache geschrieben, weil die Wörter die gleichen waren und gleich geschrieben wurden und die Verkettung der Buchstaben ähnlich waren handelte es sich um die Sprachen Azeri, Dari oder Fahloui. Aufgrundessen ist nachweisbar, dass Massoudi die Azaris als Teil der persisch sprechenden Großfamilie sah.

Estakhri, ein Weltenbummler zu Zeiten Massoudis sah die Sprache Azarbaijans als Persisch. Baghut Hamoui (13 Jh.) schrieb: Die Einwohner Azarbaijans, haben schöne und bunte Facetten, was als Azeri bekannt ist, sie sprechen eine Sprache die sie selber verstanden.

Gedichte von über 100 Azari und Arran stämmigen Dichtern in „Tanzhat Elmjalas“ im 13 Jhd. zeigen dass Teile von Arran und Azarbaijan noch unter Einfluss iranischer Kultur und Sprache standen.

Die Anerkennung der Persischen Sprache und dessen hervorragende Situation, ging sogar bis in den 16Jhd.  in der Zeit der Osmanen hinein, sodass zu Zeiten der Osmanen Briefe und Schriftstücke auf Persisch verfasst wurden. In den Bibliotheken der Osmanen war Persisch die erste Sprache.

Die osmanische Regierung fing von der Savawiden Dynastie bis zum ersten Weltkrieg an, den Iran anzugreifen und auszuplündern, mit dem Ziel das Islamische und Türkische Imperium zu vergrößern. Aber immer waren es die Azarbaijanischen Helden, die sich nicht den Osmanen anschlossen und ihnen sich mit Land und Blut gewehrt haben, um die Eindringlinge aus dem Iran zu vertreiben. Die Türkischen Machthaber sind nach einige Male Angriff auf Azarbaijan und ausgiebige Tötung und Plünderung mit kontinuierlichen Widerstand konfrontiert worden und konnten niemals die Menschen in Azarbaijan auf Ihre Seite ziehen, seitdem wurde Arran und Azarbaijan unter der Bezeichnung Azarbaijan vereinigt und ein Teil ihres Gebietes erklärt. Mohammad Amin Rassoulzadeh, der Gründer der Partei Gleichheit und Azarbaijan hat in dem Buch „Die Geschichte vom unabhängigen Azarbaijan“ geschrieben „Die Albaner (in Republik Azarbaijan) unterscheiden sich von Azarbaijaner. Von da an hat er in einem Brief an „Seyed Hossein Taghzadeh“ seine Begeisterung gegenüber „Alles was den Unmut unter den Iranern verbreitet“ zu bekämpfen geäußert.

Die Führer von Ankara und Baku sind selbst Spielfiguren des Westens , wenn wir mit Sorgfalt auf die Geschichte der letzten hundert Jahre des mittleren Ostens zurückblicken, haben die Führer des Westens die kleinen Staaten in dieser Gegend mitgestaltet und fürchten sich von einem Gross Iran, mit einer langen Geschichte und großer Kraft. Sie wollen ein Iranestan gründen, um im mittleren Osten eine Neugestaltung durchzuführen und unter diesem Umständen ist es Sadri Bedarldin Pantürkischer Theoretiker der mit der Beschneidungstheorie die türkischen Gefühle durch Geschichtsverfälschung  die sprachliche und ethnologische Wurzeln Azarbaijans  thematisiert, um eine bessere Ausgangsposition für eine Trennung Azarbaijans von ihrem Mutterland zu erschaffen.

Wir haben im Iran keine Ethnie mit der Bezeichnung Fars und keine Ethnie mit der Bezeichnung Tork die sich gegenüberstehen. Persisch ist die Bezeichnung der Sprache, die im Nord-Osten Irans gesprochen wurde der  nach der Ersetzung der Pahlavi Sprache durch Persisch sich ausbreitete, diese Sprache wurde von den Iranern mit offenen Armen aufgenommen und mit dessen Benutzung sind von Samarghand, Bukhara, Shirwan, Azarbaijan bis Kurdistan, Shiraz, Isfahan, Toos, Kashan Gedichte und Bücher entstanden. Aufgrundessen gehört die persische Sprache allen Iranern und  keiner einzelnen Ethnie sondern allen Menschen im Iran. Sie ist das Symbol der nationalen Kultur der Iraner und die Bewahrung dieser Sprache ist Aufgabe aller Iraner. Auf der anderen Seite können wir die iranisch stämmigen Menschen in Azarbaijan die türkischsprechend sind eben nicht als „Türken“ bezeichnen.

Original Text in Persisch:

http://iranshahr.org/?p=9413